Modellbahn-Zeit

Modellbahn-Zeit

Model Railroading is fun. :-)

In diesem Blog dreht sich alles rund um die Modelleisenbahn. Der Schwerpunkt liegt dabei auf H0-DC(C), aber auch zur N-Spur und märklin-H0 habe ich viele Ideen. Und wer weiß, was mir noch so alles einfällt...

Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, meinen Blog zu besuchen. Viel Spaß beim Stöbern. :-)

Alexander Kath
November 2018

Piko Pimping Vol. 2 - Schnellzugwagen / Halbspeisewagen

Umbauten WaggonsPosted by Alexander Kath Sun, November 25, 2018 12:52:53
Halbspeisewagen 59625
Pikos Schnellzugwagen (ich kannte diese Fahrzeuge als 'D-Zug-Wagen') sind in jeder Hinsicht bodenständig: Handfest konstruiert ohne zuviele Kleinteile, sauber lackiert, maßstäblich lang. Das dürfte viele Modellbahner freuen. Wie diese Fahrzeuge bastlerisch aufgewertet werden können, beschreibe ich hier in einer kleinen Serie.

Der Küchen-Bereich wird durch besonders kaltweiß leuchtende LED betont (Das eine 'fehlfarbene' Fenster fällt mir erst jetzt auf... Fortsetzung folgt)

Als erster Waggon wurde der Halb-Speisewagen ausgewählt, weil er so viele verschiedene Areale bietet: Abteile, Speiseraum, Küche, Gang. In 1:1 existiert sogar noch ein erhaltenes Original. Mehr dazu hier.

Demontage

Das Gehäuse besteht inklusive Dach aus einem Teil. Man greift einfach unter den Rahmen und zieht die Seiten sanft auseinander. So lösen sich die ersten Rasten. Man arbeitet sich den Wagenkasten entlang voran, bis das Gehäuse befreit ist. Wer kräftige Oberarme plus ein gewisses Feingefühl besitzt, kann alternativ das ganze Fahrzeug mit kontrollierter Gewalt in sich verdrehen, bis das das Fahrgestell auf den Tisch gleitet. Die Inneneinrichtung klippst man vorsichtig aus dem Wagenboden, die Drehgestelle bleiben dabei im Rahmen.

Inneneinrichtung

Ich empfehle, dem Niveau des Fahrzeuges insgesamt folgend die Inneneinrichtung nicht zu Tode zu perfektionieren. Es reicht, den allgemeinen Eindruck des Vorbildes zu betonen. Die vielen kleinen Verpinseler sind nach Aufsetzen des Gehäuses gnädigerweise nicht mehr zu erkennen. Es ist ja ein Hobby, das der Entspannung dienen soll. Aber wer mag, kann natürlich auch ein Kunstwerk erschaffen. :-)

Farbe Innenraum

Piko verwendet für die Einrichtung seiner Personenwagen oft schräge Farbtöne, Giftgrün und HubbaBubba-rosa sehen wirklich beknackt aus. Andere Modellbahn-Hersteller verwenden hier gediegene Braun-Töne.

a.) Schlichtes Umfärben
Wer keine Lust hat, die Inneneinrichtungen aufwändig einzufärben, kann das gesamte Bauteil gleichmäßig in einem angenehmen, matten Braunton lackieren. Das sieht direkt angenehmer aus. Geeignete Farb-Spaydosen gibt es im Funktions-Modellbau. Farbdosen aus dem Baumarkt sind preiswert, aber ihr Farbnebel hat oft zu grobe Tropfen, und zugelaufene Sitze erkennt man später auch durch die Fenster.

Tipp

Beim Sprühen unbedingt den empfohlenen Abstand einhalten und mit viel Geduld vorgehen. Nacheinander drei dünne Farbschichten ergeben ein schönes Ergebnis. Zwischendurch immer (!) gut (!) durchtrocknen lassen.

b.) Aufwändiges Einfärben des Innenraums
Die Reihenfolge, in der man die einzelnen Partien einfärbt, ist fast egal. Wichtig ist dabei nur, beabsichtigte Farbtrennkanten sauber abzukleben. Dafür reicht auch normaler Tesafilm. Ebenfalls wichtig: Die Farbschichten wirklich gut trocknen zu lassen, sonst entstehen beim Abziehen des Films Schmierereien.

Okay, am Elko die Lötstellen des Todes, aber es funktioniert. :-) Links eine separat angebrachte kurze LED-Platine zur beleuchtung des Einstiege-Bereiches.

Für den Fußboden verwendet man ein Mittel/Dunkelgrau, für die Abteilwände der ersten Klasse innen im Abteil & außen auf der Gangseite eine Mischung aus mittelbraun mit einem kleinen rötlichen Anteil. Die restlichen Wagenwände färbt man hell-elfenbein, die Küche vor allem weiß. Die Abteilsitze der ersten Klasse gehören dunkelrot und die Stühle des Speiseraums in einem Mischton aus Hellgrau und Blau.
Die Farbe der Sessel wurde extra zusammengemischt - hier sauber zu pinseln, ist fast unmöglich.

Zum Aufschütteln der Farben wurde Revells Anleitung befolgt, die aber vor allem im Fall von weiß offensichtlich nicht ausreichte: Die nagelneu gekauften Farben blieben zu dickflüssig. So wurden die Tisch-Oberflächen leider etwas unruhig, was ich mir einfach so erkläre, dass die Tischtücher in meinem Waggon eben nicht glatt aufliegen. Qualitativ besser gefallen mir die Farben von Elita Colours. Mit denen ist mir so etwas noch nicht passiert. Andere Modellbahner mögen anderslautende Erfahrungen machen.

Beleuchtung

Hier habe ich es mal praktisch & preiswert probiert: Eine Lichtleiste mit elf warmweißen LED für ein paar Euro, dazu Achs-Schleifer, ein wirksamer Flackerschutz und zwei kaltweiße LED (Liste am Text-Ende). Zwar bietet Piko eigene LED-Leisten an, diese sind aber im Fall der Schnellzugwagen doppelt so teuer wie Vergleichbares aus dem Piko-Sortiment.

Beleuchtung

Achsschleifer
Diese Radschleifer sind preiswert und funktional. Und auf jeden Fall besser, als die groben Teile, die Piko liefert.

Zuerst nimmt man die Achsen heraus. Dann lötet man die Litzen seitlich an die Achsschleifer und fädelt sie durch die mittlere Öffnung im Drehgestell Richtung Wagenboden. Wirksamer Kontakt- oder Sekundenkleber fixiert die Achsschleifer mittig im Drehgestellboden. Erst nach Anziehen des Klebers weiterarbeiten!
Hier werden die Kabel der Radschleifer durch die Einrichtung nach oben geführt.

Die Litzen zieht man komplett in den Wagenboden, sodass sich die Drehgestelle noch frei bewegen können. Danach führt man sie durch die dafür vorgesehenen Öffnungen in der Einrichtung nach oben heraus, und klippst die Einrichtung wieder in den Wagenboden. Darauf achten, dass sich die Litzen nicht in den Kupplungs-Mechaniken verheddern.

Lichtleiste

Die feste Anordnung der LED folgt zwar nicht der Fensterteilung des Piko-Wagens. Aber wenn die Lichtleiste so herum angeordnet wird, dass ihre Kabel-Anschlüsse über dem Küchenbereich liegen, erhält man dennoch ein gleichmässiges Ergebnis.

Neon-Licht in der Küche

Die Küche ist offenkundig in Renovierung. ;-) Aber das Farb-Prinzip lässt sich gut erkennen.

Im Küchenbereich ersetzten kaltweiße LED die warmweißen LED, um dort Neon-Licht zu imitieren. Die in diesem Fall erworbenen LED übertreiben den Effekt allerdings ein bisschen. Auf den Fotos meint man, ein begehbares Sonnenstudio zu erkennen. Nicht eben typisch für die 70er Jahre, eher ein Traum der 80er Jahre. Aber die unterschiedliche Wirkung kann man gut erkennen.

Noch hinter den Abteilen wurde ein letzter LED-Abschnitte als kleines Plättchen durch stabile Drähte verbunden und auf Abstand gebracht. So beleuchtet man auf dieser Seite auch den Einstiegsbereich.

Der Potentiometer auf der Lichtleiste sollte vor dem Fixieren entweder auf minimale Helligkeit eingestellt oder noch besser gegen einen festen Widerstand ausgetauscht werden. Ich verwende hier 1400Ohm. Damit erspart man sich mögliche Alterungs-Erscheinungen des Potis, die sich durch nerviges Aufblitzen bemerkbar machen könnenn.

Flackerschutz

Als Flackerschutz dient ein leistungsfähiger Kondensator, 470µF sollte er schon haben. Ich verwende meistens 1000µF. Diesen versteckt man typischerweise im Abort. Seine Versorgungskabel verlaufen einfach oben auf der LED-Leiste, kurze Tesa-Streifen sorgen für Ordnung. Bitte unbedingt auf die richtige Polung achten. Test: Wenn die LED trotz nur kurzem Strom-Einschalten nachleuchten, stimmt die Anordnung. Übrigens sollte der Kabel-Anschluss des Kondensators immer direkt hinter dem Gleichrichter erfolgen, noch vor der ersten LED. Dann erzielt man den maximalen Puffer-Effekt.

Figuren

Hier fehlen noch etwas, das bald angeboten werden könnte...

Zum Abschluss befestigt man die Lichtleiste mit kurzen Streifen Doppelklebebandes auf den Abteilwänden. Nach Geschmack platziert man sitzende Reisende in den Abteilen und dem Speiseraum. Gehäuse richtigherum aufsetzen, und fertig ist der gepimpte Piko-Halbspeisewagen!

Kupplungsabstand

Auch bei Verwendung von z.B. Fleischmanns extrem eng wirkender Kurzkupplung halten sich Pikos D-Zug-Wagen unübersehbar auf Sicherheitsabstand. Dieser lässt sich eliminieren, indem man die Kupplungsschächte vorsichtig vorn bis auf die Ebene der Pufferbohle zurückfeilt. Danach sitzen die Kupplungs-Köpfe so weit hinten, dass sich die erwartete Ästhetik einstellt. Die Kupplungs-Köpfe sollte man nun entweder einkleben, oder man unterfüttert sie beim Einsetzen mit einem dünnen Streifen Papier, der für eine ordentliche Klemm-Wirkung völlig ausreicht.

Material

Basics: Lötstation, dünne Litze, dickes Doppelklebeband, Tesa-Film

- Lichtleiste von Malutronic
- Kondensator 25Volt 1000µF (gibt's zum Beispiel preiswert über Ebay)
- zwei kaltweiße LED, Baugröße 0603 oder 0805.
- Achsschleifer
- Farben: Rotbraun, weinrot, hell-elfenbein, hellblau-grau, weiß