Modellbahn-Zeit

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Model Railroading is fun. :-)

In diesem Blog dreht sich alles rund um die Modelleisenbahn. Der Schwerpunkt liegt dabei auf H0-DC(C), aber auch zur N-Spur und märklin-H0 habe ich viele Ideen. Und wer weiß, was mir noch so alles einfällt...

Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, meinen Blog zu besuchen. Viel Spaß beim Stöbern. :-)

Alexander Kath
November 2018

Piko Pimping Vol. 1 - Silberling Steuerwagen

Umbauten WaggonsPosted by Alexander Kath Tue, November 20, 2018 22:51:44

Silberling Steuerwagen Set 58113.
Pikos Silberlinge gibt es derzeit in einer Sonder-Auflage nach Vorbild eines S-Bahnzuges aus dem Ruhrgebiet der 70er Jahre. Die beiliegende Lokomotive, eine grüne BR 141 der BD Essen, lässt sich dank Plux22 Schnittstelle problemlos mit einem Decoder bestücken.
Aber der Steuerwagen kommt technisch recht archaisch daher. Diese Waggons waren eben als 'Hobby'-Modelle auf den Markt gekommen, und ihre Elektrik ist seitdem nicht überarbeitet worden. Mir gefällt der Zug aber so gut, dass ich den Steuerwagen unbedingt mit diversen Bauteilen der Marke Esu in die Jetzt-Zeit versetzen wollte.

Radschleifer
Pikos altmodische Achsschleifer für Personenwagen greifen den Strom ausgerechnet dort ab, wo die Drehbewegung am Langsamsten ist, an der Achse, und ihr fester Anpressdruck erhöht den Rollwiderstand. Eine elegantere Lösung bietet Esu an. Deren klug geformte Radschleifer berühren die Räder innen seitlich, sodass die Fahrzeuge noch immer leicht rollen. Außerdem wird eine Stromabnahme von allen acht Rädern möglich.Oben sieht man Pikos Original-Achsschleifer, unten sind schon die neuen von Esu angebracht. Dort erkennt man in Achsmitte die Kratzspuren Pikos altmodischer Bauteile: Technik der 60er Jahre.

So kann es aussehen, wenn man alle Räder eines Drehgestells in die Stromaufnahme einbindet. Die Stege sind Reste von LED. Man soll ja nichts umkommen lassen. ;-)


Man kann a.) die Original-Verkabelung belassen, der Strom wird weiterhin nur 'vorne links' und 'hinten rechts' aufgenommen, oder aber b.) man legt Wert auf eine sichere Versorgung der Beleuchtung. In diesem Fall müssen alle acht Räder in die Stromaufnahme einbezogen werden. Dazu bedarf es zweier weiterer Kabel, und man benötigt insgesamt vier Pärchen der Esu-Radkontakte.

Zur Befestigung der Radschleifer verwende ich Sekundenkleber von Uhu. Dieser zieht schnell an und hält sicher fest, zum Glück aber nicht 'bombenfest'. Bei Bedarf lassen sich die Teile also wieder voneinander lösen, zum Beispiel mit der Klinge eines Schraubendrehers.

Schnittstelle & Decoder
Pikos LED-Platine besitzt weder Schnittstelle, noch Decoder On-Board. Einen Lichtwechsel-Decoder anzuschließen, erfordert schon gewissen Aufwand. Umso sinnvoller, hier eine Schnittstelle anzubringen, um im Fall eines Aus-Falles nicht erneut löten zu müssen.
Die Vorderseite der LED-Platine. Unten schauen die Kabel der Schnittstellen-Platine heraus.

Zunächst entfernt man zwei Widerstände mit dem Wert '0', wie im Foto und auf Pikos Zeichnung zu sehen: https://www.piko-shop.de/media/org/orgb_P/orgid_1/k11/thumbs/3571_10619.jpg
Die Schnittstellen-Platine wird einfach direkt auf die Rückseite von Pikos LED-Platine geklebt. Dabei darauf achten, den Durchlass unter den Platinen für die Verbindungskabel frei zu halten! So bleibt der Decoder später unsichtbar. (Das könnte natürlich ab Werk so gelöst sein...) Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen dazu aus.
Die Schnittstellen-Platine mit Kabeln zur LED-Platine und der Stromversorgung rot und schwarz.

Der Kabel-Anschluss ist recht einfach, wenngleich fummelig. Die Zeichnungen zeigen die Kabelfarben. Um die Schnittstelle mit der LED-Platine zu kontaktieren, reichen Kabel in weiß, gelb und blau mit jeweils zwei Zentimetern Länge.

Wer alle Räder zur Stromaufnahme heranziehen möchte, sollte direkt zwei weitere Kabel verlegen, jeweils rot und schwarz, kurz und lang, an einem Ende zum leichteren Anlöten verdrillt. Das Foto zeigt, wie das aussehen sollte.

Flackerschutz
Als zusätzlichen Flackerschutz dient ein 'Power Pack' von Esu. Diesen habe ich so plaziert, dass er von außen möglichst wenig zu sehen ist.
Im Bereich eines breiten Fenster-Steges ist das 'PowerPack' von außen kaum zu erkennen. Bis zum Einsatz einer Innenbeleuchtung. Entweder man tarnt das Ding mit einer Holzkiste, oder man muss einen anderen Ort finden.

Solch' kleinen Lötstellen sind nicht jedermanns Geschmack. :-)

Die Kabel des PowerPack werden direkt an den Lichtwechsel-Decoder angeschlossen, aber das ist gar nicht so einfach: Ausdrücklich sei hier darauf hingewiesen, dass diese Löt-Arbeit wegen der winzigen Löt-Pads auf dem Decoder eine Herausforderung darstellt.

Der hohe Preis des Power Pack steht meiner Ansicht nach in leicht fragwürdigem Verhältnis zur Leistung. Denn beim Ausfall der Stromversorgung wird die Beleuchtung schlagartig dunkler, bleibt dann auf diesem Niveau und verlöscht schließlich. Ich hatte auf eine Pufferung gehofft, die ohne Veränderung der Helligkeit funktioniert. Vielleicht aber lässt sich das auch mit dem PowerPack lösen, noch gebe ich nicht auf.
Von der neuen Elektronik sieht man von außen nichts. So soll's sein.

Radsätze
Wie viele andere Modelle von Piko besitzen auch diese Fahrzeuge Räder mit recht rauer Oberfläche. Darauf setzt sich auffallend schnell Schmutz ab, und bei meinen ‘Schnellzugwagen’ von Piko hatten sich die Radspitzen nach nur wenigen Stunden Fahrbetrieb in die Drehgestelle hineingefräst. Das muss ja nicht sein. Also ersetzte ich schließlich doch Pikos Achsen gegen Produkte von Thomschke.

Sicherheitshalber wurden zusätzlich Messinglager von Peho in die Drehgestelle eingebracht. Vor dem Einsetzen der Achsen unbedingt ein Tröpfchen Öl spendieren.

Firmware
Beim Programmieren mit Esus Lokprogrammer überschreibe ich gern die Werkswerte mit meinen eigenen Präferenzen, sodass diese nach einem möglichen Reset wieder aktiv sind: Sanftes Auf- und Abblenden der Lichter, eigene Adresse. Hin und wieder gibt es eine aktuelle Firmware; schön, dass sowas angeboten wird.

...Aussicht:
Weitere Artikel zur Aufwertungen dieser Fahrzeug-Serie werden folgen. :-)

Tipps
- Die unteren, sichtbaren Bereiche der kupferfarbenen Radschleifer kann man tiefschwarz lackieren, bzw. bei den Silberlingen mit blauem Längs-Träger und den Mintlingen RAL graubraun 8019.
- In denselben Farben sollte man die Radscheiben auslegen, nur die äußeren Radreifen und natürlich die Spitzen bleiben frei. Dadurch wirken die Fahrzeuge 'schwerer' und vorbildgerechter.
- Das Pult im Führerständ sollte mattgrün eingefärbt werden, und auch ein Lokführer schadet nie.
- Die Drehgestelle wurden zwischenzeitlich von Piko überarbeitet, und das sehr subtil. Seitdem halten sie die Wagenkästen auf gesundem Abstand. Hier zwei Drehgestelle im Vergleich, links schwarz und neu, rechts braun und alt. Unter den Klippsen erkennt man rechts mehr Raum bis zur Kante, als links. So hätte es eigentlich ab der ersten Auslieferung aussehen sollen... Wem seine tifergelegten Silberlinge stören, kann die neuen Drehgestelle als Ersatzteile ordern, dabei einfach auf die aktuellsten Artikelnummern achten.

Materialliste
Esu Radkontakte 50707:
http://www.esu.eu/produkte/innenbeleuchtungen/powerpack-radkontakt/

Esu Platine 51967:
www.esu.eu/produkte/zubehoer/adapterplatinen/21mtc-adapterplatine-2/

Esu FX Decoder 54621 21mtc:
http://www.esu.eu/produkte/lokpilot/lokpilot-fx-v40/

Messing-Lager:
http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Radsätze:
https://modellbahn-radsatz.de/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/piko-lkdm-114mm---achse-244mm.php

neue goldweiße LED in Glühlampen-Farbtemperatur, passen auch in Pikos BR 141:
https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611