Modellbahn-Zeit

TT - nichts für Westeuropäer.Gedanken

Posted by Alexander Kath Wed, December 12, 2018 16:10:36

Warum die TT-Bahn zu kleingeistig konzipiert ist.


Es gab eine kurze Zeit, in der ich dem Irrglauben unterlag, der Maßstab 1:120 sei eine prima Sache. Kurz: Der Mensch dachte, und Gott lachte. :-)

Blog imageFeine Loks sehen auf feinen Gleisen besser aus.

Fasziniert von den sympathischen Größenverhältnissen habe ich eine gewisse Zeit für einen TT-Anbieter gearbeitet. Von der Anzeigengestaltung über Interview-Texte und der Mit-Konzeption des Sortiments gab es ein buntes Aufgaben-Spektrum. Auf meine Initiative hin enstanden das neue Gleis-System, die 103, die 260, die Silberlinge, die 111, einige Sonderauflagen sowie eine Modell-Kooperation. Das habe ich übrigens schriftlich, für etwaige Zweifler. ;-)

Nach kurzer Zeit hatte ich mich tiefer in diese spezielle Materie eingearbeitet, als ich mir das jemals hätte träumen lassen. Schnell wurde mir dabei klar, was in TT geht und was nicht.

Was geht: Alles nach „DDR“ Vorbild. Diverse Auto- und Häuser-Modelle machen dieses (in vielerlei Hinsicht) begrenzte Markt-Segment in sich komplett.

Was nicht oder nur schwer geht: Der Rest der (westlichen) Welt, sobald echte Investitionen notwendig sind.

Zwar sind inzwischen viele Loks und Waggons nach Bundesbahn-Vorbild erhältlich. Aber das sind nur Standard-Fahrzeuge. Ohne diese gäb es zwischen Flensburg und Freilassing noch immer keine Interessenten für diese Nenngröße. Und noch immer mangelt es an vielen signifikanten DB-Fahrzeugen. Sogar wichtige aktuelle Fahrzeuge werden manchmal als "Freelance" umgesetzt, also als Mogelpackungen: Man lackiert Vorhandenes um, das irgendwie so ähnlich aussieht, muss reichen. Man muss sich also in TT fortwährend 'zufriedengeben' mit dem Gebotenen. Kein anderes Modellbahn-System erwartet soviel Demut seiner Kunden.

Französische oder italienische Züge gibt es nur als Farb-Varianten vorhandener Fahrzeuge. Weder ein TGV, noch das schweizer Krokodil oder ein amerikanischer Big Boy sind in TT verfügbar, weil sich sowas angeblich zwischen Ostsee und Tschechien nicht verkaufen lasse.

Blog imageNeu-Entwicklung und Klassiker.

Genau das ist nämlich das große Problem diese Nenngröße: Nirgendwo auf der Welt gibt es eine nennenswerte Zahl von TT Bahnern, außer eben in den ostdeutschen Bundesländern. In Summe hat dieser Bereich lediglich soviele Einwohner, wie allein Nordrhein-Westfalen. Da waren die Bundesdeutschen N-Hersteller in den 60er Jahren schon wesentlich cooler und direkt von anfang an international aufgestellt, um ihr neues kleines Modelleisenbahn-System interessant aussehen zu lassen. Wie man weiß, hat das weltweit Eindruck hinterlassen, der sich bis heute erfolgreich auswirkt.

Qualitativ sind leider sehr viele TT-Produkten weder mit märklin oder (original-)Fleischmann vergleichbar. Vieles muss man nacharbeiten, oder man lernt, mit Mängeln zu leben. Oft sind es Modelle nach Bundesbahn-Vorbild, die vermeidbare Fehler zeigen, aus "Kostengründen", wie es dann gern heißt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Blog imageRocos BR 44 lässt sich nachträglich mit einem Rauch-Entwickler aufwerten.

Fast könnte man meinen, die TT-Bahner gehörten einer heimlichen Sekte an. Denn wenn man sich der Baugröße nicht mit Haut und Haar verschreibt, wird man von den 'diehard'-TT-Bahnern regelrecht ausgegrenzt, wie mir einige Bundesbahn-Freunde über das berüchtigte TT-forum privat mitteilten. Manche TT-Bahner sprechen sogar von „unserer Sache“. Eine irritierende Formulierung.

Die Modellbahn-Industrie insgesamt gibt sich an der TT-Bahn reichlich desinteressiert, H0, N, Z und G bringt einfacher und viel schneller Geld ein. Denn darum geht es selbstverständlich auch in dieser Branche. Aktuellste TT-Kapitulation: Roco hat 2018 sein TT-Sortiment gestrichen.

Blog imageDie kleine Plastik-Schlaufe hilft dem Kupplungs-Haken auf den Rand.

Ich persönlich stellte für mich fest, dass eine Art 'Modellbahn-Diät' so gar nichts für mich ist. :-) Von den Jahres-TT-Neuheiten hätte ich nur einen Bruchteil überhaupt kaufen wollen, der mangelhaften Produkt-Qualität wegen und auch mangels attraktiver Auswahl. Während märklin und Piko komplette, neue H0-Sortimente aus dem Boden stampfen, halten die TT-Hersteller am Althergebrachten fest. Klare Sache: TT und ich, das passt nicht zusammen.

Nach meiner Rückkehr zu den wunderschönen H0-DC-Modellen überkam mich ein angenehmes Gefühl, von einem beengten Intranet ins offene Internet gewechselt zu sein. In eine internationale Welt, die viel Freude und Inspiration bereithält und immer wieder mit schönen Überraschungen aufwartet.
(Hinweis, der Fairness halber: Mit der Spur-N geht das übrigens fast genau so gut.)

Blog image...nette Idee, aber das war leider nichts.

Für 1:120 lautet mein Fazit, dass das höchstens etwas ist für diejenigen Modellbahner, die damit aufgewachsen sind. Freidenker und potenzielle Sammler, womöglich mit einem gesunden Dünkel, sollten in andere Baugrößen investieren. Selbst in 1:220 hat man mehr Auswahl, gerade auch international.











Roco Lokmaus2 10792 mit LED in orange.Digital H0

Posted by Alexander Kath Tue, November 27, 2018 15:13:44

Lokmaus-Customizing in orange.

Früher war die Hausfarbe der „Roco“-Produkte ein knalliges Orange. In dieser Farbe war denn auch auf der kurzzeitig lieferbaren Lokmaus 'R3' ein Zier-Kreis aufgedruckt. Diese Lokmaus2 besaß hinterleuchtete Tasten, allerdings mit roten LED. Eigentlich ein bisschen gedankenlos. Ich fand es daher sozusagen zwingend geboten, diese roten Leuchtmittel gegen orangefarbene auszutauschen, der Hausfarbe folgend. Der Austausch ist schnell gemacht.

Man benötigt nur einen Beutel mit zehn LED in orange (eine in Reserve), dazu einen Lötkolben mit Lötzinn und einen Schraubendreher. Die LED habe ich über ebay bezogen; man sucht dort einfach nach "LED orange axial", dann findet man schon die Richtigen.

Dazu noch ein Hinweis: Es gibt diese LED in allen möglichen Farben. Laut telefonischer Auskunft der 'Modelleisenbahn GmbH' seien speziell die blauen LED aber sehr leistungshungrig. Man könne sie zwar in die beleuchteten Lokmäuse2 einbauen, aber pro Ausgang der Zentrale (galt für 10761) ist dann nur eine einzige, nämlich diese eine Lokmaus2 erlaubt.
An die beliebten Mehrfachverteiler darf man diese Umbauten also nicht anschließen.
Andere Lokmäuses können natürlich über Verteiler weiterhin gemeinsam an den alternativen Ausgang des genannten Verstärkers angeschlossen werden.

Umbau
Das Kabel der Lokmaus2 abziehen. Dann die vier Gummifüße sanft abheben und zur Seite legen. Die vier recht langen Schrauben herausdrehen und die Lokmaus auseinandernehmen.

Eine (!) der LED herauslöten. Dazu vorsichtig mit der Lötspitze wechselseitig nur kurz die gelöteten Kontakte der LED berühren, bis sie sich wegschieben lässt.

Blog imageOben: So kommen die neuen LED aus der Tüte.
Unten: So gekürzt passen die Kontakte auf die Platine.


Von einer der neuen LED die Kontaktfahnen auf etwa vier Millimeter kürzen und mit einer Pinzette schräg Richtung Kuppe abwinkeln. Die LED nun probehalber mit der Kuppe Richtung Platine einsetzen und anlöten, dabei nur sehr wenig Lötzinn verwenden.Blog imageNeun LED müssen ausgetauscht werden, die Kreise zeigen, wo genau. Die LED immer mit der runden Kuppe in die Platine einstecken. Nur sehr wenig Lötzinn verwenden.

Testweise das Kabel zur Zentrale anschließen, wenn die LED orange aufleuchtet, stimmt die Ausrichtung. Wenn nicht, die LED einfach mit vertauschten Kontakten erneut anlöten. Die Markierung innerhalb der LED beachten: Gleichlautend müssen alle anderen orangefarbenen LED eingelötet werden. Immer wieder testhalber die Platine an das Kabel zur Zentrale anstecken, um die Funktionen zu überprüfen.

Abschließend die Lötstellen kontrollieren, und wenn alles sauber ist, die Lokmaus3 'R3' wieder zusammenschrauben und die Gummikappen festkleben. Das war es schon.

Blog imageLED zu fotografieren ist nicht so einfach. :-) Aber man sieht den Unterschied schon.

Fertig ist die „Custom-Lokmaus2 R3“. :-)











Piko Pimping Vol. 2 - Schnellzugwagen / HalbspeisewagenUmbauten Waggons

Posted by Alexander Kath Sun, November 25, 2018 12:52:53

Halbspeisewagen 59625
Pikos Schnellzugwagen (ich kannte diese Fahrzeuge als 'D-Zug-Wagen') sind in jeder Hinsicht bodenständig: Handfest konstruiert ohne zuviele Kleinteile, sauber lackiert, maßstäblich lang. Das dürfte viele Modellbahner freuen. Wie diese Fahrzeuge bastlerisch aufgewertet werden können, beschreibe ich hier in einer kleinen Serie.

Blog imageDer Küchen-Bereich wird durch besonders kaltweiß leuchtende LED betont (Das eine 'fehlfarbene' Fenster fällt mir erst jetzt auf... Fortsetzung folgt)

Als erster Waggon wurde der Halb-Speisewagen ausgewählt, weil er so viele verschiedene Areale bietet: Abteile, Speiseraum, Küche, Gang. In 1:1 existiert sogar noch ein erhaltenes Original. Mehr dazu hier.

Demontage

Das Gehäuse besteht inklusive Dach aus einem Teil. Man greift einfach unter den Rahmen und zieht die Seiten sanft auseinander. So lösen sich die ersten Rasten. Man arbeitet sich den Wagenkasten entlang voran, bis das Gehäuse befreit ist. Wer kräftige Oberarme plus ein gewisses Feingefühl besitzt, kann alternativ das ganze Fahrzeug mit kontrollierter Gewalt in sich verdrehen, bis das das Fahrgestell auf den Tisch gleitet. Die Inneneinrichtung klippst man vorsichtig aus dem Wagenboden, die Drehgestelle bleiben dabei im Rahmen.

Inneneinrichtung

Ich empfehle, dem Niveau des Fahrzeuges insgesamt folgend die Inneneinrichtung nicht zu Tode zu perfektionieren. Es reicht, den allgemeinen Eindruck des Vorbildes zu betonen. Die vielen kleinen Verpinseler sind nach Aufsetzen des Gehäuses gnädigerweise nicht mehr zu erkennen. Es ist ja ein Hobby, das der Entspannung dienen soll. Aber wer mag, kann natürlich auch ein Kunstwerk erschaffen. :-)

Farbe Innenraum

Piko verwendet für die Einrichtung seiner Personenwagen oft schräge Farbtöne, Giftgrün und HubbaBubba-rosa sehen wirklich beknackt aus. Andere Modellbahn-Hersteller verwenden hier gediegene Braun-Töne.

a.) Schlichtes Umfärben
Wer keine Lust hat, die Inneneinrichtungen aufwändig einzufärben, kann das gesamte Bauteil gleichmäßig in einem angenehmen, matten Braunton lackieren. Das sieht direkt angenehmer aus. Geeignete Farb-Spaydosen gibt es im Funktions-Modellbau. Farbdosen aus dem Baumarkt sind preiswert, aber ihr Farbnebel hat oft zu grobe Tropfen, und zugelaufene Sitze erkennt man später auch durch die Fenster.

Tipp

Beim Sprühen unbedingt den empfohlenen Abstand einhalten und mit viel Geduld vorgehen. Nacheinander drei dünne Farbschichten ergeben ein schönes Ergebnis. Zwischendurch immer (!) gut (!) durchtrocknen lassen.

b.) Aufwändiges Einfärben des Innenraums
Die Reihenfolge, in der man die einzelnen Partien einfärbt, ist fast egal. Wichtig ist dabei nur, beabsichtigte Farbtrennkanten sauber abzukleben. Dafür reicht auch normaler Tesafilm. Ebenfalls wichtig: Die Farbschichten wirklich gut trocknen zu lassen, sonst entstehen beim Abziehen des Films Schmierereien.

Blog imageOkay, am Elko die Lötstellen des Todes, aber es funktioniert. :-) Links eine separat angebrachte kurze LED-Platine zur beleuchtung des Einstiege-Bereiches.

Für den Fußboden verwendet man ein Mittel/Dunkelgrau, für die Abteilwände der ersten Klasse innen im Abteil & außen auf der Gangseite eine Mischung aus mittelbraun mit einem kleinen rötlichen Anteil. Die restlichen Wagenwände färbt man hell-elfenbein, die Küche vor allem weiß. Die Abteilsitze der ersten Klasse gehören dunkelrot und die Stühle des Speiseraums in einem Mischton aus Hellgrau und Blau.
Blog imageDie Farbe der Sessel wurde extra zusammengemischt - hier sauber zu pinseln, ist fast unmöglich.

Zum Aufschütteln der Farben wurde Revells Anleitung befolgt, die aber vor allem im Fall von weiß offensichtlich nicht ausreichte: Die nagelneu gekauften Farben blieben zu dickflüssig. So wurden die Tisch-Oberflächen leider etwas unruhig, was ich mir einfach so erkläre, dass die Tischtücher in meinem Waggon eben nicht glatt aufliegen. Qualitativ besser gefallen mir die Farben von Elita Colours. Mit denen ist mir so etwas noch nicht passiert. Andere Modellbahner mögen anderslautende Erfahrungen machen.

Beleuchtung

Hier habe ich es mal praktisch & preiswert probiert: Eine Lichtleiste mit elf warmweißen LED für ein paar Euro, dazu Achs-Schleifer, ein wirksamer Flackerschutz und zwei kaltweiße LED (Liste am Text-Ende). Zwar bietet Piko eigene LED-Leisten an, diese sind aber im Fall der Schnellzugwagen doppelt so teuer wie Vergleichbares aus dem Piko-Sortiment.

Beleuchtung

Achsschleifer
Blog imageDiese Radschleifer sind preiswert und funktional. Und auf jeden Fall besser, als die groben Teile, die Piko liefert.

Zuerst nimmt man die Achsen heraus. Dann lötet man die Litzen seitlich an die Achsschleifer und fädelt sie durch die mittlere Öffnung im Drehgestell Richtung Wagenboden. Wirksamer Kontakt- oder Sekundenkleber fixiert die Achsschleifer mittig im Drehgestellboden. Erst nach Anziehen des Klebers weiterarbeiten!
Blog imageHier werden die Kabel der Radschleifer durch die Einrichtung nach oben geführt.

Die Litzen zieht man komplett in den Wagenboden, sodass sich die Drehgestelle noch frei bewegen können. Danach führt man sie durch die dafür vorgesehenen Öffnungen in der Einrichtung nach oben heraus, und klippst die Einrichtung wieder in den Wagenboden. Darauf achten, dass sich die Litzen nicht in den Kupplungs-Mechaniken verheddern.

Lichtleiste

Die feste Anordnung der LED folgt zwar nicht der Fensterteilung des Piko-Wagens. Aber wenn die Lichtleiste so herum angeordnet wird, dass ihre Kabel-Anschlüsse über dem Küchenbereich liegen, erhält man dennoch ein gleichmässiges Ergebnis.

Neon-Licht in der Küche

Blog imageDie Küche ist offenkundig in Renovierung. ;-) Aber das Farb-Prinzip lässt sich gut erkennen.

Im Küchenbereich ersetzten kaltweiße LED die warmweißen LED, um dort Neon-Licht zu imitieren. Die in diesem Fall erworbenen LED übertreiben den Effekt allerdings ein bisschen. Auf den Fotos meint man, ein begehbares Sonnenstudio zu erkennen. Nicht eben typisch für die 70er Jahre, eher ein Traum der 80er Jahre. Aber die unterschiedliche Wirkung kann man gut erkennen.

Noch hinter den Abteilen wurde ein letzter LED-Abschnitte als kleines Plättchen durch stabile Drähte verbunden und auf Abstand gebracht. So beleuchtet man auf dieser Seite auch den Einstiegsbereich.

Der Potentiometer auf der Lichtleiste sollte vor dem Fixieren entweder auf minimale Helligkeit eingestellt oder noch besser gegen einen festen Widerstand ausgetauscht werden. Ich verwende hier 1400Ohm. Damit erspart man sich mögliche Alterungs-Erscheinungen des Potis, die sich durch nerviges Aufblitzen bemerkbar machen könnenn.

Flackerschutz

Als Flackerschutz dient ein leistungsfähiger Kondensator, 470µF sollte er schon haben. Ich verwende meistens 1000µF. Diesen versteckt man typischerweise im Abort. Seine Versorgungskabel verlaufen einfach oben auf der LED-Leiste, kurze Tesa-Streifen sorgen für Ordnung. Bitte unbedingt auf die richtige Polung achten. Test: Wenn die LED trotz nur kurzem Strom-Einschalten nachleuchten, stimmt die Anordnung. Übrigens sollte der Kabel-Anschluss des Kondensators immer direkt hinter dem Gleichrichter erfolgen, noch vor der ersten LED. Dann erzielt man den maximalen Puffer-Effekt.

Figuren

Blog imageHier fehlen noch etwas, das bald angeboten werden könnte...

Zum Abschluss befestigt man die Lichtleiste mit kurzen Streifen Doppelklebebandes auf den Abteilwänden. Nach Geschmack platziert man sitzende Reisende in den Abteilen und dem Speiseraum. Gehäuse richtigherum aufsetzen, und fertig ist der gepimpte Piko-Halbspeisewagen!

Kupplungsabstand

Auch bei Verwendung von z.B. Fleischmanns extrem eng wirkender Kurzkupplung halten sich Pikos D-Zug-Wagen unübersehbar auf Sicherheitsabstand. Dieser lässt sich eliminieren, indem man die Kupplungsschächte vorsichtig vorn bis auf die Ebene der Pufferbohle zurückfeilt. Danach sitzen die Kupplungs-Köpfe so weit hinten, dass sich die erwartete Ästhetik einstellt. Die Kupplungs-Köpfe sollte man nun entweder einkleben, oder man unterfüttert sie beim Einsetzen mit einem dünnen Streifen Papier, der für eine ordentliche Klemm-Wirkung völlig ausreicht.

Material

Basics: Lötstation, dünne Litze, dickes Doppelklebeband, Tesa-Film

- Lichtleiste von Malutronic
- Kondensator 25Volt 1000µF (gibt's zum Beispiel preiswert über Ebay)
- zwei kaltweiße LED, Baugröße 0603 oder 0805.
- Achsschleifer
- Farben: Rotbraun, weinrot, hell-elfenbein, hellblau-grau, weiß









Piko Pimping Vol. 1 - Silberling SteuerwagenUmbauten Waggons

Posted by Alexander Kath Tue, November 20, 2018 22:51:44

Silberling Steuerwagen Set 58113.
Blog imagePikos Silberlinge gibt es derzeit in einer Sonder-Auflage nach Vorbild eines S-Bahnzuges aus dem Ruhrgebiet der 70er Jahre. Die beiliegende Lokomotive, eine grüne BR 141 der BD Essen, lässt sich dank Plux22 Schnittstelle problemlos mit einem Decoder bestücken.
Aber der Steuerwagen kommt technisch recht archaisch daher. Diese Waggons waren eben als 'Hobby'-Modelle auf den Markt gekommen, und ihre Elektrik ist seitdem nicht überarbeitet worden. Mir gefällt der Zug aber so gut, dass ich den Steuerwagen unbedingt mit diversen Bauteilen der Marke Esu in die Jetzt-Zeit versetzen wollte.

Radschleifer
Pikos altmodische Achsschleifer für Personenwagen greifen den Strom ausgerechnet dort ab, wo die Drehbewegung am Langsamsten ist, an der Achse, und ihr fester Anpressdruck erhöht den Rollwiderstand. Eine elegantere Lösung bietet Esu an. Deren klug geformte Radschleifer berühren die Räder innen seitlich, sodass die Fahrzeuge noch immer leicht rollen. Außerdem wird eine Stromabnahme von allen acht Rädern möglich.Blog imageOben sieht man Pikos Original-Achsschleifer, unten sind schon die neuen von Esu angebracht. Dort erkennt man in Achsmitte die Kratzspuren Pikos altmodischer Bauteile: Technik der 60er Jahre.

Blog imageSo kann es aussehen, wenn man alle Räder eines Drehgestells in die Stromaufnahme einbindet. Die Stege sind Reste von LED. Man soll ja nichts umkommen lassen. ;-)


Man kann a.) die Original-Verkabelung belassen, der Strom wird weiterhin nur 'vorne links' und 'hinten rechts' aufgenommen, oder aber b.) man legt Wert auf eine sichere Versorgung der Beleuchtung. In diesem Fall müssen alle acht Räder in die Stromaufnahme einbezogen werden. Dazu bedarf es zweier weiterer Kabel, und man benötigt insgesamt vier Pärchen der Esu-Radkontakte.

Zur Befestigung der Radschleifer verwende ich Sekundenkleber von Uhu. Dieser zieht schnell an und hält sicher fest, zum Glück aber nicht 'bombenfest'. Bei Bedarf lassen sich die Teile also wieder voneinander lösen, zum Beispiel mit der Klinge eines Schraubendrehers.

Schnittstelle & Decoder
Pikos LED-Platine besitzt weder Schnittstelle, noch Decoder On-Board. Einen Lichtwechsel-Decoder anzuschließen, erfordert schon gewissen Aufwand. Umso sinnvoller, hier eine Schnittstelle anzubringen, um im Fall eines Aus-Falles nicht erneut löten zu müssen.
Blog imageDie Vorderseite der LED-Platine. Unten schauen die Kabel der Schnittstellen-Platine heraus.

Zunächst entfernt man zwei Widerstände mit dem Wert '0', wie im Foto und auf Pikos Zeichnung zu sehen: https://www.piko-shop.de/media/org/orgb_P/orgid_1/k11/thumbs/3571_10619.jpg
Die Schnittstellen-Platine wird einfach direkt auf die Rückseite von Pikos LED-Platine geklebt. Dabei darauf achten, den Durchlass unter den Platinen für die Verbindungskabel frei zu halten! So bleibt der Decoder später unsichtbar. (Das könnte natürlich ab Werk so gelöst sein...) Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen dazu aus.
Blog imageDie Schnittstellen-Platine mit Kabeln zur LED-Platine und der Stromversorgung rot und schwarz.

Der Kabel-Anschluss ist recht einfach, wenngleich fummelig. Die Zeichnungen zeigen die Kabelfarben. Um die Schnittstelle mit der LED-Platine zu kontaktieren, reichen Kabel in weiß, gelb und blau mit jeweils zwei Zentimetern Länge.

Wer alle Räder zur Stromaufnahme heranziehen möchte, sollte direkt zwei weitere Kabel verlegen, jeweils rot und schwarz, kurz und lang, an einem Ende zum leichteren Anlöten verdrillt. Das Foto zeigt, wie das aussehen sollte.

Flackerschutz
Als zusätzlichen Flackerschutz dient ein 'Power Pack' von Esu. Diesen habe ich so plaziert, dass er von außen möglichst wenig zu sehen ist.
Blog imageIm Bereich eines breiten Fenster-Steges ist das 'PowerPack' von außen kaum zu erkennen. Bis zum Einsatz einer Innenbeleuchtung. Entweder man tarnt das Ding mit einer Holzkiste, oder man muss einen anderen Ort finden.

Blog imageSolch' kleinen Lötstellen sind nicht jedermanns Geschmack. :-)

Die Kabel des PowerPack werden direkt an den Lichtwechsel-Decoder angeschlossen, aber das ist gar nicht so einfach: Ausdrücklich sei hier darauf hingewiesen, dass diese Löt-Arbeit wegen der winzigen Löt-Pads auf dem Decoder eine Herausforderung darstellt.

Der hohe Preis des Power Pack steht meiner Ansicht nach in leicht fragwürdigem Verhältnis zur Leistung. Denn beim Ausfall der Stromversorgung wird die Beleuchtung schlagartig dunkler, bleibt dann auf diesem Niveau und verlöscht schließlich. Ich hatte auf eine Pufferung gehofft, die ohne Veränderung der Helligkeit funktioniert. Vielleicht aber lässt sich das auch mit dem PowerPack lösen, noch gebe ich nicht auf.
Blog imageVon der neuen Elektronik sieht man von außen nichts. So soll's sein.

Radsätze
Wie viele andere Modelle von Piko besitzen auch diese Fahrzeuge Räder mit recht rauer Oberfläche. Darauf setzt sich auffallend schnell Schmutz ab, und bei meinen ‘Schnellzugwagen’ von Piko hatten sich die Radspitzen nach nur wenigen Stunden Fahrbetrieb in die Drehgestelle hineingefräst. Das muss ja nicht sein. Also ersetzte ich schließlich doch Pikos Achsen gegen Produkte von Thomschke.

Sicherheitshalber wurden zusätzlich Messinglager von Peho in die Drehgestelle eingebracht. Vor dem Einsetzen der Achsen unbedingt ein Tröpfchen Öl spendieren.

Firmware
Beim Programmieren mit Esus Lokprogrammer überschreibe ich gern die Werkswerte mit meinen eigenen Präferenzen, sodass diese nach einem möglichen Reset wieder aktiv sind: Sanftes Auf- und Abblenden der Lichter, eigene Adresse. Hin und wieder gibt es eine aktuelle Firmware; schön, dass sowas angeboten wird.

...Aussicht:
Weitere Artikel zur Aufwertungen dieser Fahrzeug-Serie werden folgen. :-)

Tipps
- Die unteren, sichtbaren Bereiche der kupferfarbenen Radschleifer kann man tiefschwarz lackieren, bzw. bei den Silberlingen mit blauem Längs-Träger und den Mintlingen RAL graubraun 8019.
- In denselben Farben sollte man die Radscheiben auslegen, nur die äußeren Radreifen und natürlich die Spitzen bleiben frei. Dadurch wirken die Fahrzeuge 'schwerer' und vorbildgerechter.
- Das Pult im Führerständ sollte mattgrün eingefärbt werden, und auch ein Lokführer schadet nie.
- Die Drehgestelle wurden zwischenzeitlich von Piko überarbeitet, und das sehr subtil. Blog imageSeitdem halten sie die Wagenkästen auf gesundem Abstand. Hier zwei Drehgestelle im Vergleich, links schwarz und neu, rechts braun und alt. Unter den Klippsen erkennt man rechts mehr Raum bis zur Kante, als links. So hätte es eigentlich ab der ersten Auslieferung aussehen sollen... Wem seine tifergelegten Silberlinge stören, kann die neuen Drehgestelle als Ersatzteile ordern, dabei einfach auf die aktuellsten Artikelnummern achten.

Materialliste
Esu Radkontakte 50707:
http://www.esu.eu/produkte/innenbeleuchtungen/powerpack-radkontakt/

Esu Platine 51967:
www.esu.eu/produkte/zubehoer/adapterplatinen/21mtc-adapterplatine-2/

Esu FX Decoder 54621 21mtc:
http://www.esu.eu/produkte/lokpilot/lokpilot-fx-v40/

Messing-Lager:
http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Radsätze:
https://modellbahn-radsatz.de/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/piko-lkdm-114mm---achse-244mm.php

neue goldweiße LED in Glühlampen-Farbtemperatur, passen auch in Pikos BR 141:
https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611



















Zimo DCC Decoder MX600Digital H0

Posted by Alexander Kath Mon, November 12, 2018 15:17:53

Zimo DCC Decoder MX600, der preiswerte (fast-)Alleskönner

Blog imageDie Lego-Figur zeigt, wie flach der MX600 geraten ist.

Für rund 20 Euro bietet Zimo den Lokdecoder MX600 an. Das ist ein flacher Decoder mit hochwertiger Lastregelung, den es derzeit in drei Varianten gibt: Mit achtpoligem Stecker nach NEM652, mit Plux12 Stecker und mit Kabeln. Derzeit versteht er DCC mit bis zu 128 Fahrstufen, ist also von HighEnd-Systemen bis runter zur Lokmaus1 oder märklins alter „DCC“-Zentrale 6029 verwendbar (dazu die CV29 auf '04' programmieren, damit in der Lok die Beleuchtung funktioniert).

Leistung, Abmessungen und die vier schaltbaren Funktionen prädestinieren den MX600 vor allem für herkömmliche H0-Lokomotiven mit rot/weißem Lichtwechsel, Dampfloks mit Rauchentwickler sind natürlich ebenfalls geeignet. Quer durch alle Marken und Modell-Generationen lässt sich der günstige MX600 also in ziemlich viele Modelle sinnvoll einbauen. So kann man auch eine ganze Sammlung analoger Loks zügig und ohne zu große Belastungen auf digitalen Betrieb umstellen.

Klar gibt es auch Decoder anderer Hersteller, die diese oder ähnliche Features mitbringen. Für mich persönlich aber ist der MX600 durch seine Kombination aus fantastischen Fahreigenschaften und vielen, einfach zu programmierenden Funktionen so empfehlenswert. :-)

Blog imageAls erstes Umbau-Beispiel zeige ich eine moderne BR189 aus 2004. (...Moment, die ist jetzt 14 Jahre alt. Ist das eigentlich noch 'modern'...? Zurück zum Thema. :-) )

Features
Das Besondere an diesem Decoder ist, dass er trotz seines relativ niedrigen Preises vier Schalt-Funktionen mitbringt, deren Effekte sich sehr klug auf die meisten Modell-Loks nach Vorbildern der (europäischen) Epochen 1 bis 5 programmieren lassen, zum Beispiel für den weiß/roten Lichtwechsel oder intelligent eingestellte Rauch-Entwickler, die beim Anhalten weniger stark qualmen.

Weiterhin ermöglicht der MX600 seitenweises Abschalten der Spitzen- und Schlusslichter, zum Beispiel für Wendezüge. Schaltbar sind sowohl ein Rangiergang sowie der so genannte 'Kupplungs-Walzer' für digitale Ent-Kupplungen. Sanftes Auf- und Abblenden der Lampen sollte heute ohnehin zum Standard gehören. Außerdem ist der MX600 platt wie eine Flunder, man bringt ihn also leicht in allen möglichen Loks unter.

Damit ist Zimos MX600 meiner persönlichen (!) Einschätzung der beste Decoder der Einsteiger-Klasse.

Beleuchtung
Um die Lampen sinnvoll ansteuern zu können, muss man sie separat anschließen. Gemäß der Norm: Stirnlampe in Führerstand 1 an weiß, Stirnlampe in Führerstand 2 an gelb, Schlusslicht rot in Führerstand 2 an grün, Schlusslicht rot in Führerstand 1 an braun. Die Fotos zeigen, wie das geht. Im Fall der 189 klebt man die flexiblen Leiterbahnen einfach oben auf die Platine und lötet die Kabel dort an.

Blog imagePlatinen-Übersicht von Rocos BR 189, die Schnittstelle wird ignoriert. Motor und LED werden direkt mit den Decoder-Litzen angeschlossen.

Blog imageAnschluss der LED 'vorn'.

Blog imageAnschluss der LED 'hinten'. Unter der flexiblem Leiterbahn erkennt man den schmalen Decoder MX600. Er passt hier sogar quer in die Lok. In das ungenutzte Decoderfach unter dem Rahmen lassen sich zum Beispiel Gewichtsplatten einkleben.

Tipp: Die Glühlampen habe ich gegen 19 Volt-LED ausgetauscht, die keine Vorwiderstände benötigen. Die minimalen Mehrkosten sind schnell vergessen, weil die Gefahr von Schmelzschäden durch zu heiße Glühlampen gebannt ist. Bei einigen Loks sollte das Gehäuse innen mattschwarz lackiert werden, um Durchleuchten auszuschließen.

Dieser Austausch empfiehlt sich für die meisten Modellbahn-Lokomotiven, denn seit den 60er Jahren bis Mitte der Nuller-Jahre wurden wurden 12V Lämpchen eingesetzt. Fleischmanns moderne BR101 und BR145 besitzen sogar 5V Lampen. Mehr zu diesem Thema später auf diesem Blog.
LED 19V 3mm warmweiß. LED 19V 3mm rot.

Blog imageZwei Lagen Tesafilm reichen zur elektrischen Isolierung aus.
Einigermaßen ordentliches Löten ist empfohlen. Also nicht, wie hier gezeigt.



Fahr-Eigenschaften

Für optimale Fahreigenschaften stellt man in Zimo Decodern nur zwei CV-Werte auf die jeweilige Lok ein, das ist ratz-fatz erledigt:

Roco-H0-Lok mit typischem Flachmotor: CV09 => 95, CV56 => 33
(kann so auch für aktuelle Piko-Loks in H0 verwendet werden)
Fleischmann-H0-Rundmotor: CV09 => 89, CV56 => 91
N-Motor (auch in kleinen H0 Loks): CV09 => 95, CV56 => 55
Glockenanker-Motor: CV09 => 51, CV56 => 133.

Tipp: Meiner Erfahrung nach kann man einige Loks von Roco und Piko auch fahren mit CV09 = 37. Dann ist das Brummen im Motor leiser und tieffrequenter, was für mein Empfinden angenehmer klingt.

Tipp: Zur geschmeidigen Bewegung der Lokomotiven kann man beispielsweise die CV03 auf '20' setzen und die CV04 auf '12'. Die Vmax sollte man deutlich reduzieren, weil die meisten Modell-Loks viel zu schnell unterwegs sind.

Licht-Konfiguration
So sieht eine Standard-Konfiguration aus. Die umgebauten Loks sind auch zu 100% mit der Lokmaus2 oder einer alten märklin 6029 Zentrale ansteuerbar:

Taste F0 = Licht weiß/rot an, wechselt mit der Fahrtrichtung.
Taste F1 = Spitzen- und Schlusslichter an Führerstand 1 ausgeschaltet
Taste F2 = Spitzen- und Schlusslichter an Führerstand 2 ausgeschaltet
Taste F4 = Rangiergang; also Beschleunigung und Bremsen minimiert.

Seitenweises Abschalten der Lampen
(Anschluss der Lampen ähnlich oben gezeigt vorausgesetzt)
CV107 => 01
CV108 => 02
CV109 => 02
CV110 => 01

Für den Fall, dass die Lampen augenscheinlich unsinnig arbeiten (weil man aus Versehen die Kabel grün und braun vertauscht hat), einfach zwei weitere Werte verändern:

CV35 => 08
CV36 => 04

Rangiergang auf F4
CV124 auf den Wert 23 programmieren.

Sanftes Auf- und Abblenden der Lampen
CV125 => 88
CV126 => 88
CV127 => 88
CV128 => 88

Mit diesem Decoder und der kleinen Mühe der CV-Einstellerei wertet man seine Modellbahn-Lokomotiven ungemein auf. Auch ältere Digital-Lokomotiven mit ungeregelten oder nicht-DCC-Decodern lassen sich mit Zimos MX600 prima in die Jetzt-Zeit holen. Noch mehr dazu später auf diesem Blog.



Roco Köf (43437) mit Mini-DecoderUmbauten Lokomotiven

Posted by Alexander Kath Mon, November 12, 2018 11:57:01

Roco Köf mit Decoder

Dieser Umbau entstand eigentlich aus Übermut. Irgendwann fiel mir die große Aussparung in der Bodenwanne von Rocos Köf auf. Da könnte doch ein Decoder hineinpassen...

Die kleine Lok ist im Programm seit 1983, und dank ihres Fahrgestells mit Dreipunkt-Lagerung erfreut sie ihre Besitzer mit ausgezeichneten Fahreigenschaften. Da wollte ich das geräumige, offene Führerhaus nicht mit einem herkömmlichen Decoder zustellen.

Zuerst schraubt man die Köf auseinander und nimmt den Motor heraus. Dann befreit man die Platine von allem 'Vogelfutter' und Kabeln, sodass nur die Radschleifer übrig bleiben.

Blog imageDer Decoder wird mit Sekundenkleber an einer Stelle auf der Platine befestigt, sodass er gut in die Vertiefung der Bodenplatte passt. Am Decoder kürzt man weiß, gelb, grün, violett und blau und bändigt sie mit einem kurzen Schrumpfschlauch: Vielleicht möchte man in der Zukunft digital lösbare Rangierkupplungen einbauen. Oder so.

Blog imageDie Kabel schwarz und rot kürzt man ebenfalls sinnvoll und lötet sie direkt an die Platinen der Radschleifer. Nur orange und grau belässt man zunächst lang. Radsätze und Platine werden wieder eingesetzt, dabei führt man grau und orange nach oben zum Motor. Bodenplatte mit einer Schraube fixieren. Orange und grau sinnvoll kürzen und an die Kontakt-Ösen des Motors anlöten.

Blog imageNun die Bodenplatte einsetzen, die erste Schraube festdrehen, den Gehäuse-Vorbau einschieben, die zweite Schraube eindrehen und schließlich das Führerhaus aufstecken, fertig. Von außen ist nichts 'digitales' zu sehen.

Tipps:
Lampen

Die Optik gewinnt, wenn man alle sechs Lampengläser innen weiß auslegt. Zum Herauslösen habe ich einen Pin verwendet. Von unten sanft zwischen Lampe und Gehäuse pieken, dann lösen sich die Gläser schon von allein. Nun die Rückseiten dünn (!) mit reinweißer Farbe auslegen und trocknen lassen. Erst danach wieder einsetzen.

Lokführer
Anstelle von Rocos ausdruckslosem Standard-Beamten kann man eine freundlichere Person einkleben, Noch und Preiser bieten dazu eine nette Auswahl. Zu einer Rangierlok passt vielleicht besonders gut ein halbierter Rangierer mit orangefarbener Weste.

















Märklin BR 212 für DC (33723)Umbauten Lokomotiven

Posted by Alexander Kath Mon, November 12, 2018 11:35:44

Märklins klassische 212 für DC Gleise

Als ein junger Bekannter sein Modellbahnhobby reaktivierte (mit 26! Hört, hört!), entschied er sich, auch zukünftig auf C-Gleisen unterwegs zu sein, allerdings ohne Mittelleiter.

Seine vorhandenen Fahrzeuge werden nun nach und nach auf DC umgebaut, damit er trotz des komfortablen Betriebs auf international kompatiblen Gleisen weiterhin seine Zügen 'von früher' fahren lassen kann. In etwa zwanzig Jahren wird er vermutlich verstehen, warum das eine gute Idee gewesen ist. ;-)

Blog imageDie erste Lok, die sozusagen 'internationalisiert' wurde, war märklins Diesellok-Klassiker BR212. In diesem Fall in orientrot, das ich noch als 'neurot' kenne; für ihn ist es „die alte Farbe“. Also, das mit dem Älterwerden ist ja so eine Sache...

Im Grunde ist der Umbau sehr einfach, wenn man etwas bastlerisches Geschick mitbringt. Schrauben und Löten, das kriegen viele Bastler hin. :-)

Blog imageDecoder & Licht
Der vorhandene Delta-Decoder wich einem aktuellen Sounddecoder von märklin, der auch DCC versteht. Die Glühlampen wurden ausgetauscht gegen warmweiße LED in der 19V Version. Das Aufbohren der roten Lampen habe ich unterlassen, weil märklins Gehäuse aus der betreffenden Fertigungs-Zeit sehr spröde werden können, bis hin zum Zersplittern. Also blieb die „historische Substanz“ aus 2002 unangetastet.

Der Rahmen dient elektrisch für den zweiten Gleis-Pol, für das 'schwarze Kabel' des Decoders. Alle anderen elektrischen Verbindungen, auch die der Beleuchtung, erfolgen direkt an den neuen Decoder, bzw. an seine Schnittstellenplatine.

Vorhandenen Glühlampen sollten unbedingt gegen neue Lämpchen für 22V oder 24V ausgetauscht werden, bei Conrad oder über ebay findet man solche Draht-Lämpchen. Wer diesen Hinweis ignoriert, setzt seine Lok der Gefahr von Schmelzschäden aus. Also besser austauschen.

Ich habe 19V-LED verwendet, deren Drähte gekürzt und vor dem Einsetzen leicht angespitzt. Dazu verwendet man einfach einen guten Seitenschneider, mit dem man das Draht-Ende schräg ablängt. Mit einer Pinzette drückt man die LED-Beinchen in die Buchsen, danach sitzen sie wirklich fest.
Die verwendeten LED gibt es hier zu kaufen.

Bei der ersten Probefahrt stellte sich heraus, dass das helle Licht an vielen Stellen zwischen Gehäuse und Rahmen zu sehen ist. Um das wirksam zu unterbinden, klebt man kurze Streifen schwarzes Moosgummi auf den Rahmen, auf dem Foto unten vor der Glühlampe zu erkennen.

Lautsprecher
Zuerst steckt man den Stecker des Lautsprechers in die Buchse auf der Schnittstellen-Platine. Tatsächlich ist der einzige passende Befestigungs-Platz für den Lautsprecher ein Knubbel am Rahmen. Um den Lautsprecher dort wirksam zu fixieren benötigt man einen wirklich guten „Kraftkleber“, ich habe einen von UHU ausgewählt. Man gibt also jeweils einen Klecks Kontakt-Kleber auf den hochstehenden Knubbel und auf die später darauf liegende Ecke des Lautsprechers. Nach wenigen Minuten presst man die Teile exakt aufeinander. Der Lautsprecher sitzt danach wirklich fest und gibt seinen Klang Richtung Gleis ab.

Blog imageAntrieb
Man könnte den alten dreipoligen Anker behalten. Aber wenn im Fundus ein fünfpoliger Anker mit neuem Magnet liegt, nimmt man besser den. Im Fall dieser Variante der 212 braucht man glücklicherweise am Rahmen nichts auszufräsen, weil sie bereits ab Werk für den besseren Antrieb vorbereitet wurde. Bei älteren muss man für den neuen Magneten eine Aussparung herausfräsen, das kann man auch in einer Werkstatt erledigen lassen. Alternativ verwendet man den dreipoligen Anker weiter und kauft einen Magneten von Esu dazu.

Tipp: An dieser Stelle ein grundsätzlicher Tipp für alle drei- und fünfpoligen Anker der klassischen märklin-Motore. Ein typisches Merkmal für diese Anker sind die recht scharfkantigen Kollektor-Kanten. Im normalen Fahrbetrieb fräsen diese Kanten die Kohlen regelrecht ab. Der entstehende Staub setzt dann die Ritzen des Kollektors Strom leitend zu, bis die Lok nicht mehr ordentlich fährt. In Modellbahn-Foren findet man viele Beschwerden zu diesem Thema.

Selber Abhilfe schaffen kann man, indem man den Kollektor vorsichtig glättet. Am Besten poliert man den Kollektor mit sogenanntem Polierleinen in extrem feiner (!) Körnung. Das geht ganz einfach, ist schnell erledigt, und die Lok fährt sogar sanfter an. Ich habe meine Streifen Polierleinen hier gekauft.

Erst glättet man den Kollektor mit 'groberem' Leinen, dann poliert man die geglättete Oberfläche mit feinem Material nach, bis sie im Wortsinn spiegelglatt ist. Im Fall von wenig gefahrenen Loks ist es oft ausreichend, den Anker mehrfach mit den Fingern in sanft um den Kollektor gewickelten Polierleinen zu drehen. Nur in stark gebrauchten Loks sollte man den Kollektor in eine Bohrmaschine einspannen und mit dem Polierleinen semi-professionell glätten. Auch hier stets vorsichtig arbeiten!

Decoder
Anstelle des delta-Moduls wird märklins neuer Sounddecoder eingesetzt, inklusive märklins 21poliger Schnittstellen-Platine. Die Verkabelung erfolgt nach NEM-Farbschema, nicht nach märklins Hausnorm, denn immerhin wird die Lok zukünftig in reiner DCC Umgebung unterwegs sein. Da braucht ein DC-Newbie keine unterschiedlichen Farb-Schemata zu lernen.

Blog imageNeue Drehgestelle
Bei märklins Service war man von meiner Anfrage nach passenden DC Rädern überfragt. Zufälligerweise hatte ein Bekannter zwei passende 212-Drehgestelle mit DC Rädern im Fundus, die er sich irgendwann hatte anfertigen lassen. Bis heute wissen wir nicht, von welchem Fahrzeug diese Räder stammen, zielführende Hinweise nehme ich gerne entgegen. :-)

Im DC Betrieb sollten nur zwei Haftreifen eingesetzt werden, am besten über Kreuz angeordnet. Das verbessert die Stromaufnahme. Den zusätzlichen Radkontakt klebt man mit UHU-Kontaktkleber unter das Antriebs-Drehgestell. Das schwarze Kabel führt man im Rahmen nach oben.

Blog imageDer metallische Glanz der Räder hat mich gestört, also habe ich des netteren Aussehens wegen die Radscheiben seitlich im zum Drehgestell-Rahmen passenden RAL-Farbton eingefärbt, in diesem Fall RAL Graubraun 8019. Die äußeren Radreifen wurden dabei sauber ausgespart. So wirkt das Fahrwerk mehr wie aus einem Guss. Ich finde, die Fahrzeuge gewinnen an Attraktivität.

Vor dem Einbau des Laufgestells sollte in dessen Rahmen das schwarze Massekabel am Metall angelötet werden, diesen Bereich dazu etwas blank reiben. Ein rotes Kabel kommt an den ehemaligen Schleifer-Anschluss. Beide Kabel führt man durch den Rahmen nach oben, dann baut man die Drehgestelle in den Rahmen. Erst abschließend wird der neue Rad-Schleifer angeschraubt.

Kupplungen
Märklins Kurzkupplung funktioniert prima in märklins Umgebung, aber wenn andere Fabrikate dazukommen, kann es hakelig werden. Also wird zukünftig Rocos Universalkupplung verwendet. Da die betreffenden Halterungen nicht wirksam waagerecht zu befestigen waren, wurden später die höhenverstellbaren Universalkupplungen angebracht, die für sicheres Einkuppeln sorgen. Auf dem Foto ganz oben sind noch die herkömmlichen Uni-Kupplungen zu sehen.

Blog imageTipps
1. Auf der Motor-Rückseite bändigt man die Kabel dauerhaft mit einem Streifen Tesa.

2. Das Gehäuse dieser Lok entwickelte über die Zeit seitlich einen kleinen Sprung. Hier zeigte sich, wie spröde märklins Kunststoff aus den 90er Jahren werden kann. Beschädigungen bei diesen Lokmodellen lassen sich vermeiden, indem beim Zusammenbau die Gehäuseschraube nicht zu fest hineindreht: Sicher fest ja, zu stramm nein. Lieber minimal locker lassen.

3. Das Fahrwerk war recht schwergängig, vermutlich hatte märklins hier sein berüchtigtes Werks-Schmieröl im Einsatz, das man auch als „Getriebekleber" kennt.

Also wurde die Lok anfangs komplett zerlegt. Auch der Motor-Schild und -Anker wurde entnommen. Abhilfe schafft das 'Modellbahn-Öl SR24', seit Jahrzehnten bewährt, um feste Getriebe wieder gangbar zumachen.

Man pinselt es großzügig über die betroffenen Stellen und prüft alle paar Minuten vorsichtig, ob sich die Räder etwas drehen lassen. Irgendwann ist es so weit.

Mit einem festen, sauberen Borstenpinsel entfernt man die alten Öl-Brocken, bis alles wieder sauber ist und frei arbeiten kann. Über Nacht trocknen lassen und mit einem guten Öl vorsichtig nachölen.











NEM-Räder für Rocos BR 210 (73736)Umbauten Lokomotiven

Posted by Alexander Kath Sun, November 11, 2018 12:50:21

Räder mit Norm-Spurkränzen für Rocos BR 210/Fleischmann BR 225 und Artverwandte...

Die vielen Modellbahn-Normen sorgen dafür, dass möglichst viele DC-Fabrikate harmonisch miteinander funktionieren. Im Allgemeinen klappt das ganz gut, auch international betrachtet.

Bei Roco ist man auf die Idee gekommen, einige Lokomotiven mit neuartigen Rädern auszuliefern. Deren Spurkränze sind so niedrig, dass sie nur holpernd über die Herzstücke der hauseigenen Roco Line Weichen fahren. Bei Großserien-Modellen für Kunden, die einfach nur mit Ihrer „feinen“ Modellbahn spielen wollen, eine ziemlich blöde Idee.

Blog imageBetroffen sind meines Wissens nach die neuen Konstruktionen der V160 Familie von Roco & Fleischmann (BR 218, BR 225, BR 210...), sowie Rocos neukonstruierte BR 151 und einige Varianten der E94. Aber es gibt ja Abhilfe.

Man kann für die genannten Loks NEM-Räder als Ersatzteile erwerben und in einer Fachwerkstätte auf die Lok-Achsen setzen lassen. Das verursacht zusätzliche Kosten. Aber solange Roco sich so stur anstellt, ist das die annehmbarste Lösung. Das mit dem Verzicht klappt ja eher selten. ;-) Im Fall der E94 könnten die Achsen der bislang gelieferten Modelle 1:1 passen, einfach im Roco-Service nachfragen.

Weil mir meine BR210 von Roco in blau/elfenbein wirklich gut gefällt, bis auf das Gepoltere, habe ich mir vom Hersteller passende Räder mit NEM Spurkranz empfehlen lassen: 1 x 122484 (mit Haftreifen) und 3 x 122485 (ohne Haftreifen). Wer den Mehrpreis scheut, sollte sich per Email bei Roco beschweren. Derzeit findet sich deren Email in einem Text unter diesem Link.

Blog imageDie Räder dieser neuen Achsen habe ich mir dann für rund €25 in der Werkstatt APC Adams auf die Achsen meiner Diesellok setzen lassen. Ich habe einfach die jeweils vier alten und vier neuen Achsen eingesandt, mit eindeutiger Beschreibung 'diese Räder auf die anderen Achsen', man hat mich dort netterweise verstanden. :-) Und sicher sind die Meisten von uns in der Lage, die vier Achsen aus der Lok zu nehmen und später wieder einzubauen. Seither benimmt sich meine Lok manierlich. Gut, dass es solche Werkstätten gibt. smiley


Tipps:
- Zusätzlich wurden die Radscheiben seitlich im RAL Farbton graubraun (8019) lackiert.
- Bei der Montage müssen die Plastik-Plättchen der Wippen Richtung Bodenplatten zeigen.
- Rocos LED leuchteten mir zu 'kalt', also habe ich die sechs weißen LED gegen diese 'Glühlampen-LED' ausgetauscht. Nervige Fummelei, Klasse-Ergebnis.


Anmerkung: Sollte es wirklich eine nennenswerte Nachfrage nach niedrigen Spurkränzen geben, kann man diesen anspruchsvollen Kunden Beutel zu vier (bzw. sechs) Achsen anbieten. Aber ab Werk (!) sollte alles den vertrauten Normen entsprechen.