Modellbahn-Zeit

Modellbahn-Zeit

Model Railroading is fun. :-)

In diesem Blog dreht sich alles rund um die Modelleisenbahn. Der Schwerpunkt liegt dabei auf H0-DC(C), aber auch zur N-Spur und märklin-H0 habe ich viele Ideen. Und wer weiß, was mir noch so alles einfällt...

Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, meinen Blog zu besuchen. Viel Spaß beim Stöbern. :-)

Alexander Kath
November 2018

Roco Köf (43437) mit Mini-Decoder

Umbauten LokomotivenPosted by Alexander Kath Mon, November 12, 2018 11:57:01
Roco Köf mit Decoder

Dieser Umbau entstand eigentlich aus Übermut. Irgendwann fiel mir die große Aussparung in der Bodenwanne von Rocos Köf auf. Da könnte doch ein Decoder hineinpassen...

Die kleine Lok ist im Programm seit 1983, und dank ihres Fahrgestells mit Dreipunkt-Lagerung erfreut sie ihre Besitzer mit ausgezeichneten Fahreigenschaften. Da wollte ich das geräumige, offene Führerhaus nicht mit einem herkömmlichen Decoder zustellen.

Zuerst schraubt man die Köf auseinander und nimmt den Motor heraus. Dann befreit man die Platine von allem 'Vogelfutter' und Kabeln, sodass nur die Radschleifer übrig bleiben.

Der Decoder wird mit Sekundenkleber an einer Stelle auf der Platine befestigt, sodass er gut in die Vertiefung der Bodenplatte passt. Am Decoder kürzt man weiß, gelb, grün, violett und blau und bändigt sie mit einem kurzen Schrumpfschlauch: Vielleicht möchte man in der Zukunft digital lösbare Rangierkupplungen einbauen. Oder so.

Die Kabel schwarz und rot kürzt man ebenfalls sinnvoll und lötet sie direkt an die Platinen der Radschleifer. Nur orange und grau belässt man zunächst lang. Radsätze und Platine werden wieder eingesetzt, dabei führt man grau und orange nach oben zum Motor. Bodenplatte mit einer Schraube fixieren. Orange und grau sinnvoll kürzen und an die Kontakt-Ösen des Motors anlöten.

Nun die Bodenplatte einsetzen, die erste Schraube festdrehen, den Gehäuse-Vorbau einschieben, die zweite Schraube eindrehen und schließlich das Führerhaus aufstecken, fertig. Von außen ist nichts 'digitales' zu sehen.

Tipps:
Lampen

Die Optik gewinnt, wenn man alle sechs Lampengläser innen weiß auslegt. Zum Herauslösen habe ich einen Pin verwendet. Von unten sanft zwischen Lampe und Gehäuse pieken, dann lösen sich die Gläser schon von allein. Nun die Rückseiten dünn (!) mit reinweißer Farbe auslegen und trocknen lassen. Erst danach wieder einsetzen.

Lokführer
Anstelle von Rocos ausdruckslosem Standard-Beamten kann man eine freundlichere Person einkleben, Noch und Preiser bieten dazu eine nette Auswahl. Zu einer Rangierlok passt vielleicht besonders gut ein halbierter Rangierer mit orangefarbener Weste.

















Märklin BR 212 für DC (33723)

Umbauten LokomotivenPosted by Alexander Kath Mon, November 12, 2018 11:35:44

Märklins klassische 212 für DC Gleise

Als ein junger Bekannter sein Modellbahnhobby reaktivierte (mit 26! Hört, hört!), entschied er sich, auch zukünftig auf C-Gleisen unterwegs zu sein, allerdings ohne Mittelleiter.

Seine vorhandenen Fahrzeuge werden nun nach und nach auf DC umgebaut, damit er trotz des komfortablen Betriebs auf international kompatiblen Gleisen weiterhin seine Zügen 'von früher' fahren lassen kann. In etwa zwanzig Jahren wird er vermutlich verstehen, warum das eine gute Idee gewesen ist. ;-)

Die erste Lok, die sozusagen 'internationalisiert' wurde, war märklins Diesellok-Klassiker BR212. In diesem Fall in orientrot, das ich noch als 'neurot' kenne; für ihn ist es „die alte Farbe“. Also, das mit dem Älterwerden ist ja so eine Sache...

Im Grunde ist der Umbau sehr einfach, wenn man etwas bastlerisches Geschick mitbringt. Schrauben und Löten, das kriegen viele Bastler hin. :-)

Decoder & Licht
Der vorhandene Delta-Decoder wich einem aktuellen Sounddecoder von märklin, der auch DCC versteht. Die Glühlampen wurden ausgetauscht gegen warmweiße LED in der 19V Version. Das Aufbohren der roten Lampen habe ich unterlassen, weil märklins Gehäuse aus der betreffenden Fertigungs-Zeit sehr spröde werden können, bis hin zum Zersplittern. Also blieb die „historische Substanz“ aus 2002 unangetastet.

Der Rahmen dient elektrisch für den zweiten Gleis-Pol, für das 'schwarze Kabel' des Decoders. Alle anderen elektrischen Verbindungen, auch die der Beleuchtung, erfolgen direkt an den neuen Decoder, bzw. an seine Schnittstellenplatine.

Vorhandenen Glühlampen sollten unbedingt gegen neue Lämpchen für 22V oder 24V ausgetauscht werden, bei Conrad oder über ebay findet man solche Draht-Lämpchen. Wer diesen Hinweis ignoriert, setzt seine Lok der Gefahr von Schmelzschäden aus. Also besser austauschen.

Ich habe 19V-LED verwendet, deren Drähte gekürzt und vor dem Einsetzen leicht angespitzt. Dazu verwendet man einfach einen guten Seitenschneider, mit dem man das Draht-Ende schräg ablängt. Mit einer Pinzette drückt man die LED-Beinchen in die Buchsen, danach sitzen sie wirklich fest.
Die verwendeten LED gibt es hier zu kaufen.

Bei der ersten Probefahrt stellte sich heraus, dass das helle Licht an vielen Stellen zwischen Gehäuse und Rahmen zu sehen ist. Um das wirksam zu unterbinden, klebt man kurze Streifen schwarzes Moosgummi auf den Rahmen, auf dem Foto unten vor der Glühlampe zu erkennen.

Lautsprecher
Zuerst steckt man den Stecker des Lautsprechers in die Buchse auf der Schnittstellen-Platine. Tatsächlich ist der einzige passende Befestigungs-Platz für den Lautsprecher ein Knubbel am Rahmen. Um den Lautsprecher dort wirksam zu fixieren benötigt man einen wirklich guten „Kraftkleber“, ich habe einen von UHU ausgewählt. Man gibt also jeweils einen Klecks Kontakt-Kleber auf den hochstehenden Knubbel und auf die später darauf liegende Ecke des Lautsprechers. Nach wenigen Minuten presst man die Teile exakt aufeinander. Der Lautsprecher sitzt danach wirklich fest und gibt seinen Klang Richtung Gleis ab.

Antrieb
Man könnte den alten dreipoligen Anker behalten. Aber wenn im Fundus ein fünfpoliger Anker mit neuem Magnet liegt, nimmt man besser den. Im Fall dieser Variante der 212 braucht man glücklicherweise am Rahmen nichts auszufräsen, weil sie bereits ab Werk für den besseren Antrieb vorbereitet wurde. Bei älteren muss man für den neuen Magneten eine Aussparung herausfräsen, das kann man auch in einer Werkstatt erledigen lassen. Alternativ verwendet man den dreipoligen Anker weiter und kauft einen Magneten von Esu dazu.

Tipp: An dieser Stelle ein grundsätzlicher Tipp für alle drei- und fünfpoligen Anker der klassischen märklin-Motore. Ein typisches Merkmal für diese Anker sind die recht scharfkantigen Kollektor-Kanten. Im normalen Fahrbetrieb fräsen diese Kanten die Kohlen regelrecht ab. Der entstehende Staub setzt dann die Ritzen des Kollektors Strom leitend zu, bis die Lok nicht mehr ordentlich fährt. In Modellbahn-Foren findet man viele Beschwerden zu diesem Thema.

Selber Abhilfe schaffen kann man, indem man den Kollektor vorsichtig glättet. Am Besten poliert man den Kollektor mit sogenanntem Polierleinen in extrem feiner (!) Körnung. Das geht ganz einfach, ist schnell erledigt, und die Lok fährt sogar sanfter an. Ich habe meine Streifen Polierleinen hier gekauft.

Erst glättet man den Kollektor mit 'groberem' Leinen, dann poliert man die geglättete Oberfläche mit feinem Material nach, bis sie im Wortsinn spiegelglatt ist. Im Fall von wenig gefahrenen Loks ist es oft ausreichend, den Anker mehrfach mit den Fingern in sanft um den Kollektor gewickelten Polierleinen zu drehen. Nur in stark gebrauchten Loks sollte man den Kollektor in eine Bohrmaschine einspannen und mit dem Polierleinen semi-professionell glätten. Auch hier stets vorsichtig arbeiten!

Decoder
Anstelle des delta-Moduls wird märklins neuer Sounddecoder eingesetzt, inklusive märklins 21poliger Schnittstellen-Platine. Die Verkabelung erfolgt nach NEM-Farbschema, nicht nach märklins Hausnorm, denn immerhin wird die Lok zukünftig in reiner DCC Umgebung unterwegs sein. Da braucht ein DC-Newbie keine unterschiedlichen Farb-Schemata zu lernen.

Neue Drehgestelle
Bei märklins Service war man von meiner Anfrage nach passenden DC Rädern überfragt. Zufälligerweise hatte ein Bekannter zwei passende 212-Drehgestelle mit DC Rädern im Fundus, die er sich irgendwann hatte anfertigen lassen. Bis heute wissen wir nicht, von welchem Fahrzeug diese Räder stammen, zielführende Hinweise nehme ich gerne entgegen. :-)

Im DC Betrieb sollten nur zwei Haftreifen eingesetzt werden, am besten über Kreuz angeordnet. Das verbessert die Stromaufnahme. Den zusätzlichen Radkontakt klebt man mit UHU-Kontaktkleber unter das Antriebs-Drehgestell. Das schwarze Kabel führt man im Rahmen nach oben.

Der metallische Glanz der Räder hat mich gestört, also habe ich des netteren Aussehens wegen die Radscheiben seitlich im zum Drehgestell-Rahmen passenden RAL-Farbton eingefärbt, in diesem Fall RAL Graubraun 8019. Die äußeren Radreifen wurden dabei sauber ausgespart. So wirkt das Fahrwerk mehr wie aus einem Guss. Ich finde, die Fahrzeuge gewinnen an Attraktivität.

Vor dem Einbau des Laufgestells sollte in dessen Rahmen das schwarze Massekabel am Metall angelötet werden, diesen Bereich dazu etwas blank reiben. Ein rotes Kabel kommt an den ehemaligen Schleifer-Anschluss. Beide Kabel führt man durch den Rahmen nach oben, dann baut man die Drehgestelle in den Rahmen. Erst abschließend wird der neue Rad-Schleifer angeschraubt.

Kupplungen
Märklins Kurzkupplung funktioniert prima in märklins Umgebung, aber wenn andere Fabrikate dazukommen, kann es hakelig werden. Also wird zukünftig Rocos Universalkupplung verwendet. Da die betreffenden Halterungen nicht wirksam waagerecht zu befestigen waren, wurden später die höhenverstellbaren Universalkupplungen angebracht, die für sicheres Einkuppeln sorgen. Auf dem Foto ganz oben sind noch die herkömmlichen Uni-Kupplungen zu sehen.

Tipps
1. Auf der Motor-Rückseite bändigt man die Kabel dauerhaft mit einem Streifen Tesa.

2. Das Gehäuse dieser Lok entwickelte über die Zeit seitlich einen kleinen Sprung. Hier zeigte sich, wie spröde märklins Kunststoff aus den 90er Jahren werden kann. Beschädigungen bei diesen Lokmodellen lassen sich vermeiden, indem beim Zusammenbau die Gehäuseschraube nicht zu fest hineindreht: Sicher fest ja, zu stramm nein. Lieber minimal locker lassen.

3. Das Fahrwerk war recht schwergängig, vermutlich hatte märklins hier sein berüchtigtes Werks-Schmieröl im Einsatz, das man auch als „Getriebekleber" kennt.

Also wurde die Lok anfangs komplett zerlegt. Auch der Motor-Schild und -Anker wurde entnommen. Abhilfe schafft das 'Modellbahn-Öl SR24', seit Jahrzehnten bewährt, um feste Getriebe wieder gangbar zumachen.

Man pinselt es großzügig über die betroffenen Stellen und prüft alle paar Minuten vorsichtig, ob sich die Räder etwas drehen lassen. Irgendwann ist es so weit.

Mit einem festen, sauberen Borstenpinsel entfernt man die alten Öl-Brocken, bis alles wieder sauber ist und frei arbeiten kann. Über Nacht trocknen lassen und mit einem guten Öl vorsichtig nachölen.











NEM-Räder für Rocos BR 210 (73736)

Umbauten LokomotivenPosted by Alexander Kath Sun, November 11, 2018 12:50:21
Räder mit Norm-Spurkränzen für Rocos BR 210/Fleischmann BR 225 und Artverwandte...

Die vielen Modellbahn-Normen sorgen dafür, dass möglichst viele DC-Fabrikate harmonisch miteinander funktionieren. Im Allgemeinen klappt das ganz gut, auch international betrachtet.

Bei Roco ist man auf die Idee gekommen, einige Lokomotiven mit neuartigen Rädern auszuliefern. Deren Spurkränze sind so niedrig, dass sie nur holpernd über die Herzstücke der hauseigenen Roco Line Weichen fahren. Bei Großserien-Modellen für Kunden, die einfach nur mit Ihrer „feinen“ Modellbahn spielen wollen, eine ziemlich blöde Idee.

Betroffen sind meines Wissens nach die neuen Konstruktionen der V160 Familie von Roco & Fleischmann (BR 218, BR 225, BR 210...), sowie Rocos neukonstruierte BR 151 und einige Varianten der E94. Aber es gibt ja Abhilfe.

Man kann für die genannten Loks NEM-Räder als Ersatzteile erwerben und in einer Fachwerkstätte auf die Lok-Achsen setzen lassen. Das verursacht zusätzliche Kosten. Aber solange Roco sich so stur anstellt, ist das die annehmbarste Lösung. Das mit dem Verzicht klappt ja eher selten. ;-) Im Fall der E94 könnten die Achsen der bislang gelieferten Modelle 1:1 passen, einfach im Roco-Service nachfragen.

Weil mir meine BR210 von Roco in blau/elfenbein wirklich gut gefällt, bis auf das Gepoltere, habe ich mir vom Hersteller passende Räder mit NEM Spurkranz empfehlen lassen: 1 x 122484 (mit Haftreifen) und 3 x 122485 (ohne Haftreifen). Wer den Mehrpreis scheut, sollte sich per Email bei Roco beschweren. Derzeit findet sich deren Email in einem Text unter diesem Link.

Die Räder dieser neuen Achsen habe ich mir dann für rund €25 in der Werkstatt APC Adams auf die Achsen meiner Diesellok setzen lassen. Ich habe einfach die jeweils vier alten und vier neuen Achsen eingesandt, mit eindeutiger Beschreibung 'diese Räder auf die anderen Achsen', man hat mich dort netterweise verstanden. :-) Und sicher sind die Meisten von uns in der Lage, die vier Achsen aus der Lok zu nehmen und später wieder einzubauen. Seither benimmt sich meine Lok manierlich. Gut, dass es solche Werkstätten gibt. smiley


Tipps:
- Zusätzlich wurden die Radscheiben seitlich im RAL Farbton graubraun (8019) lackiert.
- Bei der Montage müssen die Plastik-Plättchen der Wippen Richtung Bodenplatten zeigen.
- Rocos LED leuchteten mir zu 'kalt', also habe ich die sechs weißen LED gegen diese 'Glühlampen-LED' ausgetauscht. Nervige Fummelei, Klasse-Ergebnis.


Anmerkung: Sollte es wirklich eine nennenswerte Nachfrage nach niedrigen Spurkränzen geben, kann man diesen anspruchsvollen Kunden Beutel zu vier (bzw. sechs) Achsen anbieten. Aber ab Werk (!) sollte alles den vertrauten Normen entsprechen.