Modellbahn-Zeit

Modellbahn-Zeit

Model Railroading is fun. :-)

In diesem Blog dreht sich alles rund um die Modelleisenbahn. Der Schwerpunkt liegt dabei auf H0-DC(C), aber auch zur N-Spur und märklin-H0 habe ich viele Ideen. Und wer weiß, was mir noch so alles einfällt...

Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, meinen Blog zu besuchen. Viel Spaß beim Stöbern. :-)

Alexander Kath
November 2018

Roco Lokmaus2 10792 mit LED in orange.

Digital H0Posted by Alexander Kath Tue, November 27, 2018 15:13:44
Lokmaus-Customizing in orange.

Früher war die Hausfarbe der „Roco“-Produkte ein knalliges Orange. In dieser Farbe war denn auch auf der kurzzeitig lieferbaren Lokmaus 'R3' ein Zier-Kreis aufgedruckt. Diese Lokmaus2 besaß hinterleuchtete Tasten, allerdings mit roten LED. Eigentlich ein bisschen gedankenlos. Ich fand es daher sozusagen zwingend geboten, diese roten Leuchtmittel gegen orangefarbene auszutauschen, der Hausfarbe folgend. Der Austausch ist schnell gemacht.

Man benötigt nur einen Beutel mit zehn LED in orange (eine in Reserve), dazu einen Lötkolben mit Lötzinn und einen Schraubendreher. Die LED habe ich über ebay bezogen; man sucht dort einfach nach "LED orange axial", dann findet man schon die Richtigen.

Dazu noch ein Hinweis: Es gibt diese LED in allen möglichen Farben. Laut telefonischer Auskunft der 'Modelleisenbahn GmbH' seien speziell die blauen LED aber sehr leistungshungrig. Man könne sie zwar in die beleuchteten Lokmäuse2 einbauen, aber pro Ausgang der Zentrale (galt für 10761) ist dann nur eine einzige, nämlich diese eine Lokmaus2 erlaubt.
An die beliebten Mehrfachverteiler darf man diese Umbauten also nicht anschließen.
Andere Lokmäuses können natürlich über Verteiler weiterhin gemeinsam an den alternativen Ausgang des genannten Verstärkers angeschlossen werden.

Umbau
Das Kabel der Lokmaus2 abziehen. Dann die vier Gummifüße sanft abheben und zur Seite legen. Die vier recht langen Schrauben herausdrehen und die Lokmaus auseinandernehmen.

Eine (!) der LED herauslöten. Dazu vorsichtig mit der Lötspitze wechselseitig nur kurz die gelöteten Kontakte der LED berühren, bis sie sich wegschieben lässt.

Oben: So kommen die neuen LED aus der Tüte.
Unten: So gekürzt passen die Kontakte auf die Platine.


Von einer der neuen LED die Kontaktfahnen auf etwa vier Millimeter kürzen und mit einer Pinzette schräg Richtung Kuppe abwinkeln. Die LED nun probehalber mit der Kuppe Richtung Platine einsetzen und anlöten, dabei nur sehr wenig Lötzinn verwenden.Neun LED müssen ausgetauscht werden, die Kreise zeigen, wo genau. Die LED immer mit der runden Kuppe in die Platine einstecken. Nur sehr wenig Lötzinn verwenden.

Testweise das Kabel zur Zentrale anschließen, wenn die LED orange aufleuchtet, stimmt die Ausrichtung. Wenn nicht, die LED einfach mit vertauschten Kontakten erneut anlöten. Die Markierung innerhalb der LED beachten: Gleichlautend müssen alle anderen orangefarbenen LED eingelötet werden. Immer wieder testhalber die Platine an das Kabel zur Zentrale anstecken, um die Funktionen zu überprüfen.

Abschließend die Lötstellen kontrollieren, und wenn alles sauber ist, die Lokmaus3 'R3' wieder zusammenschrauben und die Gummikappen festkleben. Das war es schon.

LED zu fotografieren ist nicht so einfach. :-) Aber man sieht den Unterschied schon.

Fertig ist die „Custom-Lokmaus2 R3“. :-)











Zimo DCC Decoder MX600

Digital H0Posted by Alexander Kath Mon, November 12, 2018 15:17:53
Zimo DCC Decoder MX600, der preiswerte (fast-)Alleskönner

Die Lego-Figur zeigt, wie flach der MX600 geraten ist.

Für rund 20 Euro bietet Zimo den Lokdecoder MX600 an. Das ist ein flacher Decoder mit hochwertiger Lastregelung, den es derzeit in drei Varianten gibt: Mit achtpoligem Stecker nach NEM652, mit Plux12 Stecker und mit Kabeln. Derzeit versteht er DCC mit bis zu 128 Fahrstufen, ist also von HighEnd-Systemen bis runter zur Lokmaus1 oder märklins alter „DCC“-Zentrale 6029 verwendbar (dazu die CV29 auf '04' programmieren, damit in der Lok die Beleuchtung funktioniert).

Leistung, Abmessungen und die vier schaltbaren Funktionen prädestinieren den MX600 vor allem für herkömmliche H0-Lokomotiven mit rot/weißem Lichtwechsel, Dampfloks mit Rauchentwickler sind natürlich ebenfalls geeignet. Quer durch alle Marken und Modell-Generationen lässt sich der günstige MX600 also in ziemlich viele Modelle sinnvoll einbauen. So kann man auch eine ganze Sammlung analoger Loks zügig und ohne zu große Belastungen auf digitalen Betrieb umstellen.

Klar gibt es auch Decoder anderer Hersteller, die diese oder ähnliche Features mitbringen. Für mich persönlich aber ist der MX600 durch seine Kombination aus fantastischen Fahreigenschaften und vielen, einfach zu programmierenden Funktionen so empfehlenswert. :-)

Als erstes Umbau-Beispiel zeige ich eine moderne BR189 aus 2004. (...Moment, die ist jetzt 14 Jahre alt. Ist das eigentlich noch 'modern'...? Zurück zum Thema. :-) )

Features
Das Besondere an diesem Decoder ist, dass er trotz seines relativ niedrigen Preises vier Schalt-Funktionen mitbringt, deren Effekte sich sehr klug auf die meisten Modell-Loks nach Vorbildern der (europäischen) Epochen 1 bis 5 programmieren lassen, zum Beispiel für den weiß/roten Lichtwechsel oder intelligent eingestellte Rauch-Entwickler, die beim Anhalten weniger stark qualmen.

Weiterhin ermöglicht der MX600 seitenweises Abschalten der Spitzen- und Schlusslichter, zum Beispiel für Wendezüge. Schaltbar sind sowohl ein Rangiergang sowie der so genannte 'Kupplungs-Walzer' für digitale Ent-Kupplungen. Sanftes Auf- und Abblenden der Lampen sollte heute ohnehin zum Standard gehören. Außerdem ist der MX600 platt wie eine Flunder, man bringt ihn also leicht in allen möglichen Loks unter.

Damit ist Zimos MX600 meiner persönlichen (!) Einschätzung der beste Decoder der Einsteiger-Klasse.

Beleuchtung
Um die Lampen sinnvoll ansteuern zu können, muss man sie separat anschließen. Gemäß der Norm: Stirnlampe in Führerstand 1 an weiß, Stirnlampe in Führerstand 2 an gelb, Schlusslicht rot in Führerstand 2 an grün, Schlusslicht rot in Führerstand 1 an braun. Die Fotos zeigen, wie das geht. Im Fall der 189 klebt man die flexiblen Leiterbahnen einfach oben auf die Platine und lötet die Kabel dort an.

Platinen-Übersicht von Rocos BR 189, die Schnittstelle wird ignoriert. Motor und LED werden direkt mit den Decoder-Litzen angeschlossen.

Anschluss der LED 'vorn'.

Anschluss der LED 'hinten'. Unter der flexiblem Leiterbahn erkennt man den schmalen Decoder MX600. Er passt hier sogar quer in die Lok. In das ungenutzte Decoderfach unter dem Rahmen lassen sich zum Beispiel Gewichtsplatten einkleben.

Tipp: Die Glühlampen habe ich gegen 19 Volt-LED ausgetauscht, die keine Vorwiderstände benötigen. Die minimalen Mehrkosten sind schnell vergessen, weil die Gefahr von Schmelzschäden durch zu heiße Glühlampen gebannt ist. Bei einigen Loks sollte das Gehäuse innen mattschwarz lackiert werden, um Durchleuchten auszuschließen.

Dieser Austausch empfiehlt sich für die meisten Modellbahn-Lokomotiven, denn seit den 60er Jahren bis Mitte der Nuller-Jahre wurden wurden 12V Lämpchen eingesetzt. Fleischmanns moderne BR101 und BR145 besitzen sogar 5V Lampen. Mehr zu diesem Thema später auf diesem Blog.
LED 19V 3mm warmweiß. LED 19V 3mm rot.

Zwei Lagen Tesafilm reichen zur elektrischen Isolierung aus.
Einigermaßen ordentliches Löten ist empfohlen. Also nicht, wie hier gezeigt.



Fahr-Eigenschaften

Für optimale Fahreigenschaften stellt man in Zimo Decodern nur zwei CV-Werte auf die jeweilige Lok ein, das ist ratz-fatz erledigt:

Roco-H0-Lok mit typischem Flachmotor: CV09 => 95, CV56 => 33
(kann so auch für aktuelle Piko-Loks in H0 verwendet werden)
Fleischmann-H0-Rundmotor: CV09 => 89, CV56 => 91
N-Motor (auch in kleinen H0 Loks): CV09 => 95, CV56 => 55
Glockenanker-Motor: CV09 => 51, CV56 => 133.

Tipp: Meiner Erfahrung nach kann man einige Loks von Roco und Piko auch fahren mit CV09 = 37. Dann ist das Brummen im Motor leiser und tieffrequenter, was für mein Empfinden angenehmer klingt.

Tipp: Zur geschmeidigen Bewegung der Lokomotiven kann man beispielsweise die CV03 auf '20' setzen und die CV04 auf '12'. Die Vmax sollte man deutlich reduzieren, weil die meisten Modell-Loks viel zu schnell unterwegs sind.

Licht-Konfiguration
So sieht eine Standard-Konfiguration aus. Die umgebauten Loks sind auch zu 100% mit der Lokmaus2 oder einer alten märklin 6029 Zentrale ansteuerbar:

Taste F0 = Licht weiß/rot an, wechselt mit der Fahrtrichtung.
Taste F1 = Spitzen- und Schlusslichter an Führerstand 1 ausgeschaltet
Taste F2 = Spitzen- und Schlusslichter an Führerstand 2 ausgeschaltet
Taste F4 = Rangiergang; also Beschleunigung und Bremsen minimiert.

Seitenweises Abschalten der Lampen
(Anschluss der Lampen ähnlich oben gezeigt vorausgesetzt)
CV107 => 01
CV108 => 02
CV109 => 02
CV110 => 01

Für den Fall, dass die Lampen augenscheinlich unsinnig arbeiten (weil man aus Versehen die Kabel grün und braun vertauscht hat), einfach zwei weitere Werte verändern:

CV35 => 08
CV36 => 04

Rangiergang auf F4
CV124 auf den Wert 23 programmieren.

Sanftes Auf- und Abblenden der Lampen
CV125 => 88
CV126 => 88
CV127 => 88
CV128 => 88

Mit diesem Decoder und der kleinen Mühe der CV-Einstellerei wertet man seine Modellbahn-Lokomotiven ungemein auf. Auch ältere Digital-Lokomotiven mit ungeregelten oder nicht-DCC-Decodern lassen sich mit Zimos MX600 prima in die Jetzt-Zeit holen. Noch mehr dazu später auf diesem Blog.